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ElectronicPartner zieht 2024er Bilanz: „Aufrichten. Trösten. Orientierung geben.“

Wenn ElectronicPartner zum Jahreskongress einlädt (und dabei immer auch ein wenig in die Zukunft schaut), wird Klartext gesprochen. Und vor allem: Die Dinge werden nüchtern analysiert, nie schöngeredet. Bereits im März 2022 warnten die Vorstände vor einem „Beben“, einer „Tsunami-Welle“, die auf die Branche zurollt. Oder zwei Jahre später, also im März vergangenen Jahres: „Das dicke Ende kommt noch!“ Vorstand Friedrich Sobol: „Wir wussten, dass die Welle kommt, aber so ein geballtes Zusammentreffen an Ereignissen gab es in meiner Amtszeit noch nie.“

„Wir wussten, dass die Welle kommt, aber so ein geballtes Zusammentreffen an Ereignissen gab es in meiner Amtszeit noch nie“, Vorstand Friedrich Sobol (r.).
„Wir wussten, dass die Welle kommt, aber so ein geballtes Zusammentreffen an Ereignissen gab es in meiner Amtszeit noch nie“, Vorstand Friedrich Sobol (r.).

Vor allem: „Alles wird immer nahbarer.“ Wenn jetzt die EU ihren Bürgen rate, einen Notvorrat für drei Tage anzulegen, dann beflügele das nicht die Kauflaune. Konsequenz: „Wir fokussieren uns auf die Themen, die wir selber beeinflussen können.“ Und da heißt es eben auch „Aufrichten, Trösten, Orientierung geben“.

Informierte über „Go Green“, Nachhaltigkeit und die Verordnungen zum EU Green Deal: Vorständin Greta Ziob.
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ElectronicPartner hat sein Geschäftsjahr 2024 mit einem bereinigten Zentralumsatz von rund 1,2 Mrd. EUR abgeschlossen. Somit konnte die Düsseldorfer Verbundgruppe den Wert im Vergleich zu 2023 halten. „Vor dem Hintergrund der andauernden sozioökonomischen Herausforderungen und der Tatsache, dass der Hemix gerade erst ein Minus von 2,8% für 2024 im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen hat, können wir mit unserem Ergebnis absolut zufrieden sein“, fasst Matthias Assmann, Sprecher des ElectronicPartner Vorstandes zusammen.

Der Kongress tanzt

Waren es im Jahr 2023 noch die Landesgesellschaften, die stärker mit den Branchen-Herausforderungen zu kämpfen hatten, stehen diese im Jahr 2024 als klare Gewinner da: Während ElectronicPartner im Heimatmarkt Deutschland auf Vorjahresniveau liegt, konnte die Verbundgruppe international ein Wachstum von plus 5,2% erzielen.

Netzwerken und informieren: Der ElectronicPartner-Kongress 2025.
Netzwerken und informieren: Der ElectronicPartner-Kongress 2025.

Besonders erfreulich entwickelte sich ElectronicPartner Österreich, hier hat vor allem die Kooperation mit dem Klima- und Energiefond Früchte getragen sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Energy3000. Und auch in den Niederlanden steht ein deutliches Plus vor der Entwicklung im Vergleich zu 2023. In der Schweiz zeigte die im Spätsommer 2024 gestartete Kooperation mit der „high-end company“ sichtbar Wirkung. Durch die Übertragung deren gesamten Lagergeschäfts an ElectronicPartner Schweiz stieg der Umsatz der Landesgesellschaft bereits in 2024 und wird es erwartungsgemäß weiter tun.

Erstmals als Aussteller mit dabei: die neue Fachhandelsmarke Dittert.
Erstmals als Aussteller mit dabei: die neue Fachhandelsmarke Dittert.

„Wir gehen davon aus, dass sich dieser Effekt in den kommenden Monaten noch deutlicher zeigen wird, da seit letztem Jahr immer mehr Unternehmen aus der ‚high-end company‘ bei ElectronicPartner Mitglied werden und seit Januar 2025 auch ihr Streckengeschäft über uns abwickeln“, erklärt ElectronicPartner Vorstand Friedrich Sobol, der für die Landesgesellschaft in der Schweiz verantwortlich ist.

EP:Marke mit leichtem Wachstum

„Trotz anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen ist es dem inhabergeführten Fachhandel unter der Marke EP: gelungen, sein Umsatzergebnis in 2024 um 1,4% im Vergleich zum Vorjahr zu steigern“, berichtete Friedrich Sobol am Freitag vergangener Woche anlässlich des ElectronicPartner Kongress im Crowne Plaza Hotel Düsseldorf – Neuss.

Kaffeedurst: Nivona war (wie auch Jura, De’Longhi oder Ninja) für den Koffein-Nachschub zur Stelle.
Kaffeedurst: Nivona war (wie auch Jura, De’Longhi oder Ninja) für den Koffein-Nachschub zur Stelle.

Das größte Plus machten die Fachhändler mit TV-Geräten. Auch die Mitgliederzahl im gesamten Fachhandel der Kooperation Deutschland hat sich in 2024 positiv entwickelt. So gab es 35 Eintritte, davon zwölf aus anderen Kooperationen. Bemerkenswert: Alleine neun kommen von der Telering, und dies, wie Sobol betonte, unabhängig von der im vergangenen Jahr verkündeten Kooperation. Zwei weitere Händler wechselten von Euronics kommend die Flagge, ein Unternehmen von expert. Hinzu kamen 14 erfolgreiche Geschäftsübergaben. Ein wichtiges Projekt im Jahr 2025 wird die „YoungPartner Masterclass“ sein: Ein auf zwei Jahre angelegtes Programm, das darauf abzielt, Potenzialträger im Fachhandel zu künftigen Unternehmerinnen und Unternehmern auszubilden.

Medimax: Franchisepartner investieren in ihre Märkte

Medimax hat 2024 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 1,5% erreicht. Die Franchisefachmarktlinie kann für das Jahr 2024 neun weitere komplett modernisierte Märkte, zwei Neueröffnungen und zwei neue Franchisepartner vorweisen. Sobol: „Wir bauenj wunderschöne Läden!“ Ein Vorzeige-Fachmarkt ist dabei nach der Renovierung in Kempen entstanden, den infoboard.de in Kürze vorstellen wird.

Pressekonferenz mit ElectronicPartner.
Pressekonferenz mit ElectronicPartner.

„Diese Entwicklung zeigt, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer bei uns ihre Heimat und die richtigen Konzepte für ihren Erfolg gefunden haben – sie investieren in die Marke Medimax und in ihre Standorte. Anfang 2025 konnten wir zudem mit Rainer und Christopher Rilke zwei weitere neue Franchisepartner bei Medimax begrüßen“, erklärte Friedrich Sobol. Und auch die Anzahl der Märkte, die Küchenwelten in ihre Verkaufsfläche integrieren, steigt kontinuierlich. Seit dem Start der Zusammenarbeit mit der MHK wurden bislang 190 Küchen über Medimax verkauft.

comTeam treibt zukunftsweisende Themen voran

Das Technologie-Netzwerk comTeam hat in 2024 sein 40-jähriges Bestehen mit zahlreichen Fachveranstaltungen und einer großen Partnerkonferenz im Herbst gefeiert. Der Umsatz ging derweil leicht um 2,9% zurück. Nachdem der Corona- bzw. Post-Corona-Effekt rund um die Ausstattung flexibler und mobiler Arbeitsplätze der Vergangenheit angehört, befassen sich viele Unternehmen damit, wie sie ihre IT-Infrastruktur optimieren und effizienter gestalten können, welche Chancen ihnen KI bietet.

„Das Geschäft von comTeam ist immer sehr vorausschauend und langfristig ausgerichtet. Darum haben wir massiv in zukunftsweisende Dienstleistungen wie den MSP-Manager und die Schulungsplattform comTeach4you investiert und werden bald auch erstmals einen Distributor zum Thema KI an Board haben. Wir schauen nicht nur: Was brauchen unsere Partnerunternehmen jetzt, sondern was braucht der Markt, was brauchen die Kunden unserer Partner morgen? Unsere Investitionen, die wir heute für morgen tätigen, zeigen schon jetzt, dass sie sich auszahlen“, berichtete Vorstand Matthias Assmann.

„WENDEpunkt“: Den Nerv getroffen

Vor einem Jahr hat ElectronicPartner die Marke „WENDEpunkt“ als Antwort auf die Frage nach dem passenden Konzept in Sachen erneuerbare Energien für den Elektronikfachhandel gelauncht. Das anfängliche Projekt hat den richtigen Nerv getroffen und verlief so erfolgreich, dass „WENDEpunkt“ seit Januar 2025 ein eigenständiges Unternehmen ist.

Weit über 100 Mitgliedsbetriebe der Verbundgruppe sind Teil davon und nach intensiven Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen in den Markt für erneuerbare Energien eingestiegen. Inzwischen spricht ElectronicPartner auch externe, bereits auf PV und Co. spezialisierte Unternehmen an, die ebenfalls von den Services einer Verbundgruppe profitieren.

Zudem wurde das Portfolio erweitert: Umfasste es anfangs ausschließlich die Beratung, Planung und Installation von PV-Anlagen, sind inzwischen auch Wärmepumpen und smarte Öko-Stromtarife Teil des Angebots. „Unser Ziel war von Anfang an, dem Fachhandel eine ganzheitliche Lösung für den Vertrieb von erneuerbaren Energien zu liefern. So eröffnen wir den Unternehmerinnen und Unternehmern auf der einen Seite neue Einnahmequellen und unterstützen gleichzeitig die Energiewende“, so Friedrich Sobol.

Synergien nutzen: Das neue Reparaturnetzwerk

Seit einem halben Jahr arbeitet die Mainzer Verbundgruppe Telering eng mit ElectronicPartner zusammen. Diese Kooperation besteht bislang hauptsächlich darin, dass die Telering-Mitglieder über das Lager von ElectronicPartner Ware bestellen können, die ihnen im System ihrer Verbundgruppe nicht zur Verfügung stehen. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder und Franchisepartner von ElectronicPartner direkten, zentralregulierten Zugriff auf die Sortimente der Weltfunk Großhandelslager.

Nun gehen die beiden Verbundgruppen noch einen Schritt weiter und arbeiten gemeinsam am Aufbau eines Reparaturnetzwerkes. „Die Idee dahinter ist, dass jeder Serviceauftrag, der bei einem unserer Mitglieder eingeht, innerhalb des Mitgliedernetzwerkes bearbeitet wird. Unser Fokus liegt dabei auf optimalem Ressourcen- und Ersatzteilemanagement, effizienter Auslastung und am Ende des Tages natürlich auf mehr Ertrag für unsere Mitgliedsbetriebe“, erklärte Matthias Assmann. Für die Händler sei dies ein weiterer Baustein zur Kundenbindung und die Möglichkeit für zusätzliche Erträge.

Einen Dämpfer indes gab es nach dem Launch in Sangerhausen für die weiteren Expansionspläne des Discount-Konzeptes von ProMarkt. Sobol: „Wir haben die passenden Partner, aber keine passenden Immobilien.“ Zumindest keine bezahlbaren, denn diese sind ein Baustein des Konzeptes. Denn anders als gedacht, gingen die Mieten für Handelsimmobilien nicht so zurück wie erhofft. Sobol: „Das ist aktuell nicht rechenbar.“

ElectronicPartner begegnet dem anhaltend schwierigen Marktumfeld konsequent mit langfristigen und nachhaltigen Projekten, die die angeschlossenen Mitglieds- und Partnerunternehmen sicher für die Zukunft aufstellen. Matthias Assmann fasst zusammen: „Wir bauen unsere Stärken kontinuierlich aus, bleiben immer im engen Austausch mit der Basis, also unseren Händlerinnen und Händlern, und stellen mit neuen Konzepten, Partnern und Geschäftsfeldern wichtige Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung in 2025.“

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